Sonntag, 11. Februar 2018

Midstay in Belgrad

Ich kann es kaum glauben, dass ich bereits fünf Monate hier bin, es hört sich einfach immer noch unwirklich für mich an! Die Hälfte meines Austauschjahres ist bereits vorbei, und langsam bemerke ich, dass meine verbleibende Zeit hier wohl auch unglaublich schnell vergehen wird!
Ganz spontan erfuhren wir, dass unser Midstay-Camp in Belgrad (also der Hauptstadt von Serbien, für alle die sich hier nie ganz sicher sind, genauso wie auch ich, bevor ich ging :)) stattfinden würde. Mit ganz spontan meine ich wirklich spontan: Am Montagabend wurde uns mitgeteilt, dass wir am Donnerstag, also in drei Tagen, unseren Bus von Zagreb nach Belgrad hättten! Trotzdem freute ich mich natürlich darüber, weil mein ja nicht alle Tage die Möglichkeit bekommt, nach Serbien zu reisen!

Am Donnerstag trafen wir Austauschschüler aus Kroatien (wir sind jetzt noch zu sechst) uns also in Zagreb und wurden nach Belgrad chauffiert. Das war gerade einmal eine vier- bis fünfstündige Autofahrt, es ist also recht gut machbar. Auf der Fahrt war kaum mehr sichtbar als endlose Felder, ab und zu noch einige Wälder dazwischen. Dann, wie aus dem nichts, erreichten wir Belgrad, eine Millionenstadt doppelt so gross wie Zagreb.
Am Freitag konnten wir dann die Stadt besichtigen, denn AFS Serbien hatte uns eine Stadtführung organisiert. Belgrad hat einige sehr schöne Attraktionen zu bieten: Am besten gefiel mir der "Hram svetog Save", der "Dom des Heiligen Sava", der so etwas wie das Wahrzeichen Belgrads ist. Es ist eine serbisch-orthodoxe Kirche, und zwar nicht nur irgendeine, sondern die grösste Südosteuropas und dazu noch eine der grössten orthodoxen Kirchen der Welt!

Hram svetog Save
Im Inneren ist die Kirche noch gar nicht fertiggestellt, denn der Bau hat sich aufgrund der vielen Kriege immer wieder verzögert. Nur ein Raum ist bereits vollendet, und er war wirklich überall wunderschön mit Blattgold und Mosaiken verziert!

so soll am Schluss die gesamte Kirche aussehen...
im Moment wird hier aber alles erst gebaut
Wir besichtigten natürlich auch noch einiges mehr, darunter eine Festung von wo aus man einen schönen Blick über die Stadt hatte.





das Parlament

Allgemein ist aber schon recht gut zu bemerken, dass der Lebenstandard im Vergleich zu Zagreb immer noch etwas niedriger ist. Viele Häuser, auch im Zentrum, sind eher heruntergekommen und die Trams und Busse haben schon bessere Zeiten gesehen.

Zentrum
Es ist recht gut spürbar, dass der Krieg hier gerade einmal knappe 20 Jahre zurückliegt und sich die Stadt von alldem immer noch am erholen ist (Belgrad war ja auch die Hauptstadt Jugoslawiens).
Im Hotel trafen wir einen Abend zum Beispiel auf einige schon recht betrunkene Männer, die hörten, dass wir Kroatisch sprachen. Sie begannen davon zu erzählen, dass Kroatien ja eigentlich gar kein eigenständiger Staat sei, sondern dass das alles zu Serbien gehöre. Es gibt halt immer noch Leute, die sich von den Ideen vor 20 Jahren noch nicht losgelöst haben.
Trotzdem alldem war es natürlich sehr spannend, die Stadt zu besichtigen, und sich selbst einen Eindruck davon machen zu können!

Den Rest des Wochenendes verbrachten wir im Hotel mit AFS-Workshops von AFS Serbien. Dabei lernten wir die 20 Austauschschüler in Serbien kennen, was natürlich auch wieder sehr interessant und unterhaltsam war. AFS Serbien ist im Vergleich zu AFS Kroatien ein rechtes Stück grösser, sie haben ja schliesslich auch dreimal so viele Austauschschüler.
Das gesamte Camp wurde in Serbisch durchgeführt, was für einige unserer Gruppe eine rechte Herausforderung war (es gibt immer noch die Austauschschüler, die sich ausschliesslich auf Englisch unterhalten). Allgemein lässt sich aber sagen, dass es überhaupt kein Problem ist, Serbisch zu verstehen, falls man Kroatisch spricht. Abgesehen von einigen minimalen Unterschieden bei der Aussprache und Betonung (wie etwa snijeg/sneg - Schnee, oder lijepo/lepo - schön), und einer Handvoll von verschiedenen Wörtern, sind die beiden Sprachen wirklich identisch! Der einzige wirkliche Unterschied, der sich feststellen lässt, ist das kyrillische Alphabet. Im Serbischen wird beides, also das lateinische und kyrillische Alphabet benutzt, im Kroatischen nur das Lateinische. Da wir ja zur Verständigung aber kein Alphabet benötigten, konnten wir uns problemlos unterhalten.

kyrillisches Alphabet
Es war wirklich sehr spannend, mit diesem Besuch auch mehr über die Geschichte des Balkans und der heiklen Beziehungen zwischen Kroatien und Serbien zu erfahren. Ausserdem ist mir erst dann richtig bewusst geworden, dass ich meine übrig bleibende Zeit hier noch geniessen muss, bevor dann auch die zweite Hälfte meines Austausches bereits zu Ende gehen wird!
 

Samstag, 20. Januar 2018

Neues Semster, neuer Alltag

Die erste Schulwoche habe ich bereits hinter mir. Bevor aber die Schule nach den Weihnachtsferien wieder begann, feierten die Jugendlichen aus Palinovec am Samstagabend noch ein Fest wegen der Ferien, bei dem ich natürlich nicht fehlen durfte. Denn die kroatische Band "Fortuna" spielte dort live, mir wurde gesagt, dass sie sonst üblicherweise an Hochzeit auftreten. Wir tanzten deshalb an diesem Abend die ganze Nacht durch traditionelle kroatische Tänze, wie man es ansonsten bei Hochzeiten so macht. Die Stimmung war ausgelassen, alle (ausser mir) kannten die Lieder und sangen lautstark mit.
Das Highlight war, als die Gruppe um 2 Uhr in der Nacht zu meinem Gastvater nach Hause ging, um ihm vorzuspielen! Denn er wollte die Band unbedingt hören, war aber nicht zu dem Fest eingeladen gewesen, das eher für die jüngeren Generationen war. :) Nichtsahnend wurde er also zu Hause von der Band und einer Horde Partygäste überrascht, und freute sich darüber so sehr, dass er beinahe zu weinen begann. Das Fest wurde also in unserem Wohnzimmer weitergeführt, ich weiss ja nicht, wie sehr sich meine Gastmutter darüber freute... :D
(Das erste Video ist in dem Partyraum, das zweite in unserem Wohnzimmer)

 
 

Am Montag begann dann die Schule wieder. Dieses Semester werde ich neu nachmittags Schule haben, und nicht mehr wie vorher nur morgens. Das heisst, dass mein Schulbus um 12 Uhr in Palinovec abfährt, ich bis um 19 Uhr Lektionen habe, und dann etwa um 20:30 Uhr zurück zu Hause bin. Wir 3.-Klässler sind der einzige Jahrgang, der am Nachmittag in der Schule ist, deshalb haben wir glücklicherweise das Schulhaus für uns alleine.
Eigentlich gefällt mir diese Umstellung recht, denn so habe ich natürlich den ganzen Morgen für mich Zeit. Und da ich nicht so viel lernen muss wie meine Klassenkameraden, habe ich grösstenteils einfach Freizeit. :) Es ist aber schon etwas komisch, am Abend noch bis 19 Uhr Schule zu haben. Zudem fährt der Schulbus danach erst um 19:45 Uhr, weshalb wir immer noch etwa eine halbe Stunde Zeit haben, mit der wir nicht wirklich etwas anfangen können.

In der Schule bemerke ich jetzt nach drei Wochen Ferien schon, dass es mir bereits wieder leichter fällt, alles zu verstehen und mich auf Kroatisch zu verständigen. Ich muss zugeben, dass Mathe hier zu meinem Lieblingsfach geworden ist. :) Es ist das Fach, in dem ich am wenigsten auf die Sprache angewiesen bin, weil es sich ja grösstenteils um Zahlen dreht. In anderen Fächern wie etwa Geschichte, wo ich immer noch nicht viel verstehe, habe ich meine eigenen Bücher, um Kroatisch zu lernen, sodass ich nicht eine Lektion lang nichtstuend herumsitzen muss.
Ich habe mich also bereits wieder an meinen neuen Alltag hier gewöhnt!

Palinovec, als es dann einmal ein wenig Schnee hatte

grösstenteils aber eher frühlingshaftes Wetter

Samstag, 6. Januar 2018

Weihnachten einmal anders

Um ehrlich zu sein, war Weihnachten hier vor allem von etwas geprägt: Nämlich den Kirchenbesuchen und viel Essen!
In der Schule hatten wir am 23. Dezember, dem letzten Schultag vor den Festtagen und Ferien, noch einen Weihnachtsbasar. Jede Klasse hatte sich etwas ausgedacht und vorbereitet, also zum Beispiel Getränke, Essen, Gebasteltes, etc., und hatte ihren eigenen Stand. Das gewonnene Geld wurde an eine Organisation gespendet.

Sajam - Verkaufstände in jedem Schulzimmer

Am Morgen des 24. Dezembers ging ich dann mit meiner Gastfamilie in die Kirche, den restlichen Tag verbrachten wir zu Hause. Anschliessend besuchten wir um 24 Uhr den Mitternachtsgottesdienst. Ich verstand nicht besonders viel davon und musste mir ehrlich gesagt recht Mühe geben, nicht stehend einzuschlafen :) (die Kirche war so voll gewesen, dass wir nur noch Stehplätze bekommen hatten). Nachdem die Messe dann zu Ende war, gratulierten wir allen Bekannten und Verwandten mit "Sretan Božić" (Fröhliche Weihnachten).

Zu Hause konnte meine supergeduldige Gastschwester kaum mehr darauf warten, die Geschenke auszupacken. Während also der Rest meiner Gastfamilie bereits schlief, öffneten wir unsere Weihnachtsgeschenke (es war schliesslich schon der 25. Dezember). :)


Wir bekamen beide viele Süssigkeiten, ich glaube, mein Vorrat wird noch bis zu meiner Abreise hin reichen!
Am 25. Dezember, während Glorija und ich noch am schlafen waren, packte der Rest meiner Gastfamilie ihre Geschenke aus.

Geschenk für meine Gasteltern: Guetzli, die ich zusammen mit einer Kollegin gebacken habe
Danach ging es, was für eine Überraschung, abermals in den Gottesdienst!

zum Zmittag überraschte mich meine Gastmutter mit selbstgemachter Rösti :P
Am Nachmittag besuchten wir beide Grosseltern, wo auch der Rest der Verwandtschaft war. Wir assen natürlich viel, ein traditionelles Gericht hatten wir aber nicht.
Eine spezielle Tradition möchte ich aber noch erwähnen: Am Abend des 24. Dezembers rief mich meine Gastmutter herunter, der Rest meiner Familie kniete bereits auf dem Küchenboden. Sie hatten einen Sack mit Stroh gefüllt, der in der Mitte lag. Etwa 10 Minuten lang wurde gebetet, danach legten wir den Strohsack unter den Küchentisch, wo er bis am 26. liegen blieb. Diese Tradition sei anscheinand so, weil Jesus in einer Krippe lag, in der Stroh gewesen war.

Der 26. Dezember war hier dann auch noch ein recht wichtiger Tag, weil der Namenstag Stefan gefeiert wurde. Ich kann mich nicht mehr erinnern, ob ich es schon einmal erwähnt habe, aber hier werden viele Namenstage gleich gefeiert wie auch Geburtstage, man ist also eingeladen und isst gut. :) Unsere Familie war bei ihren "Kums" eingeladen. Ein "Kum" hat eigentlich jede Familie, und es ist so etwas wie eine Göttifamilie, die eine andere Familie bei der Hochzeit, Taufe, Firmung, etc. in der Kirche begleitet.

Diese Weihnachten war einfach einmal anders, und es gefiel mir (auch wenn ich mich natürlich freue, nächstes Jahr wieder mit meiner Familie zu feiern :)).

Freitag, 15. Dezember 2017

Der Advent

Schnee hatte es bis jetzt zwar noch nicht richtig, aber trotzdem genoss ich meine ersten zwei Adventswochen hier sehr! Das erstes Adventswochenende verbrachte ich in Zagreb. Und nicht umsonst wurde Zagreb zur schönsten europäischen Stadt im Advent ernannt! Das gesamte Zentrum ist wunderschön dekoriert, es gibt mehrere Weihnachtsmärkte und eines der grössten Highlights ist sicherlich das riesige Schlittschuhfeld auf dem "Tomislavov trg" - dem Tomislav-Platz. Ich war zwar noch nicht Schlittschuhlaufen darauf, aber es steht definitv noch auf meiner To-Do-List für den Advent!

1. Advent
Schlittschuhfeld
Weihnachtsdekoration überall

Am 6. Dezember war dann der Samichlaustag, hier "Sveti Nikola" genannt. In meinen Stiefeln (also eigentlich deinen, Mama :)) bekam ich als Überraschung, wie es hier Tradition ist, Süssigkeiten. Am Sonntag des nächsten Wochenendes wurde der 6. Dezember dann auch noch im Dorf gefeiert: Zuerst mit einer Aufführung der Primarschüler von Palinovec, danach kam der Sveti Nikola (also eigentlich der Bruder meines Gastvaters) mit dem Krampus (so etwas wie dem Schmutzli, nur dass er hier wie ein Teufel aussieht). Es wurde Glühwein getrunken und wir assen Langoš, eine ungarische Spezialität, die man hier auch auf jedem Adventsmarkt findet.

mit dem Sveti Nikola und dem Krampus
Langoš :P

Guetzli backen mit Biljana und Karol
Am Samstag des zweiten Adventswochenendes dann ein weiteres Highlight: Ich konnte mit Biljana und Glorija für einen Tag nach Budapest gehen! Eigentlich war ich recht überrascht, dass wir diese Reise unternehmen würden, denn meine Gastfamilie ist nicht unbedingt ein Fan von Ungarn (was wohl noch eine ziemliche Untertreibung ist). Denn obwohl wir sehr nahe der Grenze wohnen, also vielleicht gerade einmal eine 20-minütige Autofahrt entfernt, gehen sie eigentlich nie nach Ungarn. Niemand meiner Gastfamilie war schon einmal in Budapest, und mein Gastvater wollte auch gar nicht mitkommen, denn er meinte, dass er generell alle Ungaren hasse. Ich freute mich aber natürlich trotzdem sehr darauf!
Budapest ist nicht sonderlich weit entfernt von hier, weil wir ja, wie gesagt, sehr nahe an der ungarischen Grenze wohnen. So konnten wir mit einem Bus morgens um 5 Uhr gehen und waren bereits um 9 Uhr dort! Auf der Busfahrt fuhren wir einen Grossteil dem Balaton (dem grössten See Ungarns) entlang. Ansonsten war nicht viel zu sehen, nebst Feldern nur hie und da ein eher heruntergekommenes Dörfchen.
Die beeindruckende Stadt konnten wir dann zusammen mit einem Führer und den anderen Besuchern per Bus und zu Fuss besichtigen, so war es uns möglich, relativ viel zu sehen. Gegen den Abend hatten wir nachher noch genug Zeit, um auf den Adventsmärkten (ja, es hat mehrere) Zeit zu verbringen und die wunderbare Weihnachtsstimmung zu geniessen. Es war auf jeden Fall einen Besuch wert!


Biljana, Ivana (Biljanas Schwester), ich, Glorija

ungarisches Gebäck, mmmh!

Glorija und ich
Auch wenn ich denke, dass die Adventszeit wohl eine der schwierigsten Zeiten hier ist, bin ich mir sicher, dass es gleizeitig auch eine der allerschönsten ist!
 


Donnerstag, 30. November 2017

Dan 90

Heute ist mein 90. Tag hier - es ist wirklich kaum zu glauben, wie schnell diese drei Monate vergangen sind! In dieser Zeit habe ich bereits unglaublich viel erlebt und gesehen! Ich dachte, dass es Zeit ist für ein Update von den Veränderungen seit dem Beginn meines Austauschjahres bis jetzt.

 Grosse Veränderungen bemerke ich natürlich mit dem Kroatisch: Während ich am Anfang noch ratlos zuhörte und keine Ahnung hatte, worum sich das Gespräch drehte, kommt das jetzt nur noch recht selten vor. Meistens verstehe ich, worüber gesprochen wird, zumindest wenn es sich um eher alltägliche Themen handelt. Auch selber kann ich mich bereits ziemlich gut auf Kroatisch verständigen. Mit meiner Familie unterhalte ich mich fast ausschliesslich auf Kroatisch und auch in der Schule verständige ich mich zum Grossteil so. Es ist toll, an sich selber zu sehen, wie schnell man eine Sprache aufnehmen kann, wenn man sie jeden Tag um sich hat! Zu verdanken habe ich das aber auch meinen Kroatisch-Sprachkursen. Denn zwei Mal pro Woche haben wir, also alle Austauschschüler zusammen, über Skype einen Onlinekurs, wo uns eine Lehrerin unterricht. Da wir dort aber logischerweise das Standardkroatisch lernen, fällt mir dieses noch um einiges leichter als der Dialekt hier in Međimurje.
 Bis jetzt kann ich zwar nicht unbedingt behaupten, dass ich das Deutsche verlernt habe, aber trotzdem gibt es ab und zu Sachen im Deutschen, über die ich eine Weile nachdenken muss, um sie richtig zu formulieren. Extremer ist es mit dem Französisch und Spanisch: Wenn ich versuche, einen Satz auf diesen Sprachen zu bilden, kommt es mir automatisch zuerst auf Kroatisch in den Sinn!

An die Schule, und sogar an das früh Aufstehen, habe ich mich mittlerweile recht gut gewöhnt. In den Lektionen kommt es auf das Fach und den Lehrer an, ob ich Hausaufgaben machen muss und Tests mitschreiben, ich kann mich aber nicht darüber beklagen, dass ich sehr viel zu tun hätte.

meine Klasse :)

Wienerwalzer im Musikunterricht...
Zuhause kann ich nicht behaupten, dass mir jemals langweilig wäre - jedes Wochenende haben wir irgendetwas vor. Meistens ist es ein Familienfest, weil jemand Geburtstag hatte. Wenn das einmal nicht vorkommt (ja, diese Wochenenden gibt es tatsächlich auch), nimmt mich meine Gastfamilie meistens irgendwohin am Sonntag.

mit Glorija, Biljana, Vladimir an einem Familienfest
Definitv am schönsten in Međimurje sind der Sonnenauf- und untergang! Es ist wirklich so, dass sie an 90% der Tagen wunderschön zu sehen sind! Der Sonnenaufgang ist für mich definitv meine morgenliche Motivation, für den Schulbus aufzustehen. :)


Obwohl, ich muss schon sagen, Freilektionen in der Schule, in denen ich mit Klassenkameraden auf einen Kaffee gehen kann, sind definitv auch etwas vom Besten. :) Mein absoluter Lieblingskaffee: Kokoscappuccino! :P

Etwas von dem wenigen, das mir hier in Palinovec nicht so gut gefällt, ist die totale Abgeschiedenheit, und deshalb in gewissem Zuge meine Unselbstständigkeit. Es ist zwar schön, in einem kleinen Ort zu leben. Aber weil nicht wirklich ein ÖV existiert, muss mich meistens Biljana irgendwohin fahren, falls ich etwas brauche.
Aber generell kann ich sagen, dass ich sehr froh bin, in Međimurje zu sein! Ich habe erfahren, dass es "Mala Švicarska" - "die kleine Schweiz" genannt wird (weil es nebst Zagreb und Istrien zu den reichsten Regionen Kroatiens gehört). :) Es muss wohl also so sein, dass ich hier bin!

Međimurje kann man in zwei Teile unterteilen: der flache Teil mit den vielen Getreide- und Kartoffelfeldern (wo ich wohne) und der hügelige Teil, wo recht viele Trauben angebaut werden (und der auf dem Bild zu sehen ist)
 

Dienstag, 14. November 2017

Ljubljana, Slowenien

Das vorige Wochenende verbrachte ich mit einigen anderen Austauschschülern in Ljubljana, der Hauptstadt Sloweniens. Dort trafen wir uns dann mit zwei Austauschschülern aus Slowenien, die wir ja von unseren AFS-Camps bereits gut kannten.

Lacey, Elise, Lucas, ich, Friedel (für alle, die Kroatien und Slowenien genau so wenig kennen wie ich bevor meinem Austausch: links und rechts die kroatische Flagge, in der Mitte die slowenische :))
Ich will ja nicht sagen, dass Kroatien besonders gross ist, aber im Vergleich zu Slowenien fühlte es sich dann irgendwie doch so an. Slowenien ist so klein, dass sich sogar die Slowenen selber darüber lustig machen, dass die Welt gar nicht weiss, dass sie überhaupt existieren. Ich habe zwar "nur" Ljubljana gesehen, trotzdem habe ich bemerkt, dass Slowenien dafür seinen ganz eigenen Charme hat.
Obwohl Ljubljana die Hauptstadt Sloweniens ist (und die grösste), fühlt es sich nicht so an, als ob man sich in einer Grossstadt befände. Es hat nicht besonders viel Verkehr, Touristen sieht man gerade einmal auf dem grössten Platz im Zentrum. Die Atmosphäre ist gemächlich und angenehm: An jeder Strassenecke befinden sich Musiker, ausserdem erwarten einem tonnenweise herzige Lädeli in allen Strassen. Im Vergleich zu Kroatien ist es auffällig, wie viel weniger Leute rauchen. Nicht umsonst wurde Ljubljana 2016 zur "Grünen Hauptstadt Europas" nominiert.



Wir fünf Austauschschüler mieteten übers Wochenende unser eigenes kleines Apartment in Ljubljana, wo wir auch selber kochten. Elise, deren Gastfamilie in Ljubljana wohnt, führte uns in der Stadt herum. Wir haben uns aber nicht nur Ljubljana angeschaut, sondern (natürlich) auch slowenisches Essen probiert: Potica und Gibanica, zwei typische Kuchen, sind definitv empfehlenswert :P.

Ljubljana von oben ...
... und bei Nacht

Metelkova Kunst


Volim vas  
eigene Wohnung, eigenes Frühstück :)
In Slowenien war es übrigens kein Problem, sich auf Kroatisch zu verständigen, denn die beiden Sprachen Kroatisch und Slowenisch sind sehr ähnlich. Insbesondere Kajkowski (der Dialekt in Međimurje) hat sehr grosse Ähnlichkeit mit dem Slowenischen, denn Međimurje ist ja auch sehr nahe an der slowenischen Grenze. Um also alle etwas zu motivieren, Kroatisch zu lernen: Wenn man Kroatisch spricht, versteht man auch Slowenisch, Serbisch und Bosnisch relativ problemlos. :)

Donnerstag, 2. November 2017

Svi Sveti - Allerheiligen


Gestern feierten wir den ersten November, also Allerheiligen (auf Kroatisch "Svi Sveti"). Wir hatten schulfrei, denn im vorwiegend katholisch geprägten Kroatien ist dies ein recht wichtiger Feiertag.
Ich besuchte mit meiner Familie drei verschiedene Friedhöfe in der Nähe (und das sind noch längst nicht alle, gefühlsmässig in jedem zweiten Dorf befindet sich einer). Es war aber nicht das erste Mal, dass ich auf einem Friedhof war, denn meine Gastmutter hat mich schon öfters dahin mitgenommen (und mir gruselige Geschichten von Mördern oder Kriminellen aus ihrem Dorf erzählt, die auf irgendeine Weise auch noch verwandt mit ihnen sind :D). Gerade hier in Međimurje sind Friedhöfe sehr wichtig und sehen deshalb auch dementsprechend gepflegt aus. Biljana hat mir das so erklärt: Die Leute in Međimurje sind sehr stolz und vergleichen sich immer mit ihren Nachbarn oder Bekannten. Wer das schönere Haus, den schöneren Garten, das bessere Auto hat... Dasselbe gilt auch mit dem eigenen Grab. Mir wurde gesagt, dass die Gräber hier durchschnittlich etwa 3'000 - 5'000€ kosten! Es kommt auch nicht selten vor, dass die Leute sich schon längere Zeit vor ihrem Tod den eigenen Grabstein aufstellen lassen und ihr eigenes, zukünftiges Grab pflegen gehen.

Wir besuchten also alle zusammen mit der Familie verschiedene Friedhöfe in der Umgebung. Ich war zunächst einfach einmal überrascht, wie viele Leute sich auf jedem Friedhof befanden! Es ist wirklich so, dass JEDER mit seiner Familie auf den Friedhof geht, und dort trifft man dann Verwandte oder Bekannte und nimmt sich Zeit, um sich zu unterhalten.

 
teure Gräber und viele Leute

Abends gingen Glorija und ich dann noch mit einigen Jugendlichen aus Palinovec zu Fuss zum nächsten Friedhof. Und es sah wirklich wunderschön aus mit all den Lichtern bei Nacht! Definitiv ein Feiertag, den ich nicht so schnell vergessen werde...


Abschlusscamp und anderes

Vor 2 Wochen fand unser AFS End-of-stay Camp statt - das letzte Mal, dass wir uns alle trafen, bevor wir uns am Flughafen vor der Abreise no...